E.ON setzt beim Handel mit erneuerbaren Energien auf Powel DeltaXE

Der internationale Energiekonzern E.ON konzentriert sein Geschäft auf Energienetze, kundenspezifische Lösungen und erneuerbare Energien. Seine in München ansässige Beschaffungseinheit betreibt den Day-Ahead- und Intraday-Handel mit Gas und Strom und betreut Kunden in Deutschland und Österreich. Dabei richten die Händler ihre Handelsposition zur Optimierung ihres Portfolios laufend neu aus, was auf die erheblichen Schwankungen auf dem Markt der erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. Dies gelingt nur mit einem zuverlässigen und schnellen Handelssystem, das zudem hochgradig automatisiert ist. Vor diesem Hintergrund entschied sich E.ON für Powel DeltaXE als Plattform für den Energiehandel auf den Kurzfristmärkten und setzt diese seit April 2017 überaus erfolgreich ein.

Wie der Energiesektor im Ganzen erlebte auch E.ON in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Wandel. Zu den größten Veränderungen gehörte dabei der Schritt vom traditionellen Stromerzeuger zu einem zunehmend am Kundenbedarf orientierten Unternehmen. Für den Handel an den Kurzfristmärkten war die E.ON Energie Deutschland dabei auf ein flexibles und kundenspezifisch konfigurierbares System angewiesen. Da dieses ausnahmslos rund um die Uhr zur Verfügung stehen musste, galt es höchste Anforderungen an Betriebsbereitschaft und Zuverlässigkeit zu erfüllen.

Herausforderungen und Chancen beim Handel mit erneuerbaren Energien

Deutschland treibt die Energiewende ganz entscheidend voran. 2017 wurde bereits ein Drittel des deutschlandweit erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen und damit ein Rekord aufgestellt. Auch die Windkraft verzeichnete 2017 ein Rekordjahr: Mit insgesamt 100 TWh erzeugten die in Deutschland betriebenen Windräder im zurückliegenden Jahr 12 TWh mehr Strom als 2016. Als Folge dieser Entwicklung wird auch bei den meisten Kurzfristgeschäften im Energiehandel Strom aus erneuerbaren Energiequellen gehandelt. Hierbei stellt die fluktuierende Einspeisung von Sonnen- und Windenergie die Händler vor ständig wechselnde Handelspositionen und Marktbedingungen.

So erlebt es auch Lisa Pflaum, Mitarbeiterin des Energiemanagements bei E.ON Energie Deutschland: „Manchmal denke ich, man müsste Meteorologie studiert haben, um als Energiehändler gute Ergebnisse zu erzielen. Man weiß nie, was der Tag bringt. Es kann einfach auch ganz anders laufen als im Wetterbericht versprochen.“

Damit sich die Händler im Kurzzeitgeschäft voll auf das Marktgeschehen konzentrieren können, sind sie auf ein zuverlässiges und schnelles System angewiesen, das auf die Besonderheiten des Intraday- und Day-Ahead-Handels zugeschnitten ist. Ein solches System muss nicht zuletzt hochgradig automatisiert sein und im Hintergrund laufen, den Händlern bei Bedarf aber relevante Änderungen oder ungewöhnliche Vorfälle melden.

Als Intraday- und Day-Ahead-Händlerin ist Lisa Pflaum für den Strom- und Gasmarkt Deutschland zuständig. Neben einem Handelsportfolio für Windkraft- und Solarstrom verwaltet sie auch Strommengen für das Endkundengeschäft. Die Energiehändlerin findet, dass sie ihre Aufgaben mit DeltaXE einfacher und effizienter erledigt:

„Mit DeltaXE kann ich meine Portfolios kombinieren, was mir die Übersicht und damit den Handel erleichtert. DeltaXE zeigt Live-Updates meiner Positionen an und integriert alle nötigen Informationen aus den Handelssystemen. Außerdem ist es sehr benutzerfreundlich“, so Pflaum. „Durch die Automatisierung ist meine Position in DeltaXE auf einen Blick zu erkennen, sodass ich mich voll auf das aktuelle Marktgeschehen konzentrieren kann.“

Was muss ein gutes Portfoliomanagement-System leisten?

Gute Portfoliomanagement-Systeme müssen eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen und einen hohen Grad an Automatisierung gewährleisten. Neben dieser Prozessautomatisierung ermöglicht DeltaXE mithilfe extrem leistungsstarker Standard-Tools die Integration in ETRM-Systeme – damit erwies sich das System für E.ON letzten Endes als optimale Lösung.

Powel DeltaXE bietet Akteuren im Strom- und Gasgeschäft eine Komplettlösung für Energiehandel und Logistik. Als modulares und konfigurierbares System lässt sich DeltaXE vollständig in externe Handelssysteme integrieren und für den Energiehandel mit den allermeisten europäischen Märkten einsetzen. Bei E.ON dient DeltaXE als Plattform für den Day-Ahead- und Intraday-Handel und bietet den Mitarbeitern des Energiemanagements leistungsstarke automatisierte Prozesse zur Nominierung und Erfassung der gehandelten Strom- und Gasmengen.

Die Implementierung von DeltaXE erfolgte schließlich unter Leitung von Roman Fricker, Experte für die Optimierung des Kurzfristgeschäfts bei E.ON Energie Deutschland. „Die Zeiten, in denen einige wenige große Kraftwerke den Strom erzeugt haben, sind vorbei. Heute arbeiten wir stattdessen mit ganz vielen verschiedenen und auch kleinen Energieerzeugern zusammen, die ihren Strom ebenfalls in die Netze einspeisen. In einem so dezentralisierten System Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten, erfordert eine völlig andere Herangehensweise“, ist Fricker überzeugt.

Den Schritt zu DeltaXE begründet Fricker wie folgt: „DeltaXE wird bereits von sehr vielen unserer Wettbewerber mit großem Erfolg eingesetzt. Wir konnten uns also darauf verlassen, dass sich die neuen Prozesse bereits bestens bewährt haben und schnell und reibungslos implementiert werden können.“

Partner in Sachen Innovation

Das Kerngeschäft von Powel heißt Innovation. Wer sich dies als Unternehmen ebenfalls auf die Fahnen geschrieben hat, findet in Powel den idealen Partner. So konnte sich bereits Uniper durch die erfolgreiche Implementierung des 24/7-Systems von Powel in der Azure-Cloud als Vorreiter bei der Cloud-Nutzung positionieren. Im Rahmen des aktuellen Projekts wurde DeltaXE nun auch bei E.ON als Cloud-Lösung realisiert – und das mit großem Erfolg.

„Unser Ziel ist es, dem Markt in Sachen Innovationen immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Der Schritt in die Cloud war Teil einer klar definierten Strategie“, bilanziert Bernhard Schütz, IT-Projektleiter bei E.ON Business Services. Daneben sieht Schütz viele weitere Bereiche, in denen sich der gelebte Innovationsgeist von E.ON auszahlen wird: „Um unsere Daten noch besser verwalten und analysieren sowie maschinelles Lernen und Automatisierung optimal nutzen zu können, müssen wir das nötige Know-how aufbauen, um auch hier ganz vorn mit dabei zu sein“, blickt Schütz in die Zukunft. „Für den Wechsel in die Cloud war letzten Endes die extrem schnelle Implementierung ausschlaggebend. Und da die System-Architektur auch unsere Experten zweifelsfrei überzeugt hat, haben wir ganz sicher die richtige Entscheidung getroffen.“

Mit der Implementierung von Powel Intraday Trading und Algo Trader arbeitet Powel derzeit an der weiteren Automatisierung und Optimierung seiner Lösung für den Kurfristhandel. Ziel ist eine algorithmenbasierte Komplettlösung, mit der sich automatisierte Handelsstrategien sehr schnell erstellen, testen, implementieren und optimieren lassen. Powel Algo Trader wird als White-Box-Baustein angeboten: Hierbei können Kunden den Quellcode direkt bearbeiten, um Handelsstrategien ganz spezifisch an die eigenen Markterfordernisse anzupassen.